Panne mit dem Camper – Wenn der Roadtrip zum Stillstand kommt

Panne mit dem Camper – Wenn der Roadtrip zum Stillstand kommt

Allein das Wort „Panne“ löst sicher bei dem meisten Camperinnen und Campern ein mulmiges Gefühl aus. Aber mit der richtigen Vorbereitung kann sie eine kleine Randnotiz im Reisetagebuch bleiben. Oberstes Gebot, wenn der Motor plötzlich streikt oder der Reifen platt ist: Ruhig bleiben, Prioritäten setzen und Schritt für Schritt vorgehen.

1. Panne, und nun? Erste Schritte

Der Camper will nicht mehr so wie du willst und bleibt amStraßenrand stehen? Kein Grund zur Sorge, sondern:

  • Warnblinker sofort einschalten.Warndreieck aufstellen – mit Bedacht (Abstand je nach Land, Straße, Sichtverhältnissen)
  • Fahrzeug möglichst weit rechts abstellen (bei Autobahnen: Pannenstreifen, wenn vorhanden).
  • Warnweste anziehen – in fast allen Ländern Pflicht, auch für Mitfahrende.
  • Insassen sichern: raus aus dem Fahrzeug, möglichst hinter der Leitplanke oder hinter gesichertem Bereich.
  • Handbremse ziehen, bei steiler Straße zusätzlich Unterlegkeile in Rollrichtung verwende

Tipp: Wenn möglich, alle Mitfahrenden sofort aus der Gefahrenzone bringen – ein Fahrzeug, das anhält, zieht Aufmerksamkeit auf sich.

Dein Campingurlaub soll erholsam und auch eine Panne kein Grund zur Panik sein :-)

2. Wie geht’s? Fahrzeug/Gespann absichern

Je nach Land gelten unterschiedliche Vorschriften, wie weit entfernt das Warndreieck aufgestellt werden muss. Hier ein paar Beispiele:

  • Deutschland: ca. 100 m bei Autobahn, weniger bei Landstraße
  • Frankreich: Warndreieck nahe dem Fahrzeug, selbst platzieren verboten! Der dortige Gesetzgeber verbietet, dass der Fahrzeughalter das Warndreieck selbst weit entfernt vom Fahrzeug aufstellt, wenn die Straße zu gefährlich ist – das macht der Pannendienst.
  • Spanien / Portugal: offiziell nur autorisierte Dienste dürfen abschleppen
  • Italien: Anweisungen der Pannenhilfe befolgen
  • Niederlande: selbst abschleppen nicht erlaubt – Abschleppdienst nutzen
  • Belgien: ähnlich wie in Deutschland
  • Kroatien / Slowenien: oft ähnlich wie im Heimatland, aber aufpassen auf lokale  Vorschriften

Wenn du das Warndreieck selbst aufstellst die Verpackung am besten auf den Fahrersitz legen, damit du nach der ersten Aufregung auch daran denkst, es wieder einzusammeln, bevor es weitergeht. Und dann das Warndreieck:

  • immer gegen die Fahrtrichtung,
  • auf einer ebenen Fläche, gut sichtbar aufstellen und
  • bei Sichtbehinderung (Kurven, Hügel) ggf. weiter zurückgehen.

3. Was fehlt? Ladung im Camper oder Wohnwagen

Bevor du den Abschleppdienst rufst oder dein Fahrzeug „sicher“ stehen lässt, solltest du folgendes prüfen:

  • Gasflaschen zudrehen & ggf. Sicherung aktivieren
  • Toilette leeren oder zumindest verriegeln
  • Wassertanks verschließen
  • Elektrische Geräte: Netzstecker ziehen, Batterien isolieren
  • Lose Gegenstände sichern oder wegpacken (Küche, Schränke, Regale)
  • Fenster und Dachluken schließen
  • Wenn möglich: Fahrzeug abschließen, damit nichts gestohlen wird

Warum das alles? Beim Abschleppen kann es zu Ruckeln,Vibrationen, Stößen kommen – und jedes lose Teil könnte Schaden anrichten.

4. Wer macht’s? Abschleppvorgang

Abschleppen mit einem anderen Fahrzeug ist im europäischenAusland oft stark reglementiert. Man darf (meist) nicht selbst abschleppen, sondern muss Pannendienste oder einen autorisierten Abschleppdienst nutzen. Nachfolgend eine Übersicht (ohne Gewähr – bitte kurz vor der Reise je Zwischenstation und Zieldestination prüfen):

  • Deutschland: Abschleppen bis zur Werkstatt ist erlaubt, wenn es für das Fahrzeug sicher ist.
  • Niederlande: Selbstabschleppen nicht erlaubt – Abschleppdienst verwenden.
  • Belgien: Ähnlich wie in Deutschland – Abschleppdienst nutzen.
  • Frankreich: Selbstabschleppen generell verboten, Pannenhilfe rufen.
  • Spanien / Portugal: Nur autorisierte Pannendienste.
  • Italien: Pflicht zur Nutzung des Pannendienstes.
  • Kroatien / Slowenien: In vielen Fällen nur kurze Abschleppstrecken erlaubt; oft ist der Pannendienst vorgeschrieben.

Tipp: Auch bei bester Vorbereitung kann es auf Reisen zu unvorhergesehenen Pannen kommen. In solchen Situationen ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und auf professionelle Unterstützung zählen zu können. Der ACV (Automobil-Club Verkehr), unser zuverlässiger Partner, bietet europaweit rund um die Uhr Pannen- und Unfallhilfe an – speziell auch für Camper und Wohnmobilreisende. Im Pannenfall organisiert der ACV nicht nur das Abschleppen zur nächstgelegenen Werkstatt, sondern bietet auch Unterstützung durch Mietwagen oder Hotelübernachtungen, falls eine Weiterfahrt nicht sofort möglich ist. Auch das gesamte Gespann –a lso Zugfahrzeug und Anhänger – sind beim ACV abgesichert.‍ Für schnelle Hilfe kann die Panne direkt über dieACV-App gemeldet werden, sodass du auch unterwegs stets bestens betreut bist.

Der ACV ist u.a. im Pannenfall ein zuverlässiger Partner.

Worauf du beim Abschleppen achten solltest, wenn du keinen Abschleppdienst in Anspruch nimmst:

  • Nur genehmigte Abschleppseile oder -stangen verwenden.
  • Kein zäher, flexibler Zug, nur mit konstantem, ruhigem Zug.
  • Lenken darf grundsätzlich nur das abgeschleppte Fahrzeug – das ziehende Fahrzeug darf nicht das Steuer übernehmen.
  • Geschwindigkeit niedrig halten (je nach Land und Fahrzeugart, oft < 30–50 km/h).
  • Achtung auf Steigungen, Kurven, Verkehrsfluss – genügend Abstand halten.

5. Was tun, wenn nichts mehr geht?

  • Kann man im Fahrzeug übernachten? In vielen Ländern ist Übernachten nur zur Wiederherstellung der Fahrfähigkeit erlaubt, sofern Sicherheitsabstände eingehalten werden. Aber: am Straßenrand schlafen kann gefährlich sein – besser auf sicheren Rast- oder Pannenflächen, nicht auf der Fahrbahn.Information an Reisebegleiter geben und ggf. Hilfe vor Ort suchen (Ortsansässige, Werkstätten).
  • Versicherung prüfen: Viele Policen decken Abschleppkosten, Hotelkosten, Ersatzfahrzeug ab.
  • Notfallkontakte parat haben: nationale Pannenhilfen, Vermieter, Versicherungs-Notfallnumme
  • Fotos vom Schaden machen – für Versicherung und Nachweis.

Mit der richtigen Vorbereitung lässt es sich einfach entspannter campen :-) 

6. Fazit

Eine Panne ist kein Weltuntergang – aber sie ist einer dieser Momente, wo gute Vorbereitung sich auszahlt. Mit Ruhe, klarem Kopf und einer guten Planung wirst du den Vorfall problemlos meistern können. Und wer weiß: Fast jede Panne ist später eine Anekdote am Lagerfeuer (wenn wieder alles läuft). :-)

Hier nochmal deine Checkliste:

  • Warnblinker + Warnweste
  • Fahrzeug möglichst sicher abstellen
  • Warndreieck korrekt aufstellen
  • Gas, Wasser, Gepäck sichern
  • Pannendienst oder Abschleppdienst rufen
  • Im Notfall übernachten (nur bei sicherem Standort)
  • Versicherung & Kontakte nutzen

Anne Villwock

Ich bin Anne und arbeite als Redakteurin Print & Online für den Automobil-Club Verkehr (ACV) in Köln. Die Freizeit meiner Familie bereichert ein teilausgebauter VW T4, der sich schon einen Plattfuß in Albanien, Mückenstiche in Schweden, einen Sonnenbrand in Griechenland und Frostbremsen in den winterlichen Alpen geholt hat. More to come.

18.1.26

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